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aktualisiert
22.09.05

Philosophie des Fütterns

Hand auf’s Herz: wer möchte nicht für seinen Liebling nur das Allerbeste in den Futtertrog legen? Wer verzweifelt nicht schier, wenn sein Pferd stumpf im Fell ist, oder einfach nicht runder werden will? Müde und abgeschlappt wirkt? Wir alle wollen doch diese Horrorvorstellungen von unseren Lieblingen gar nicht.

Wer ist nicht stolz, wenn sein Pferd glänzt, kräftig und gesund erscheint.
Wer möchte nicht, dass sein Liebling ihm entgegeneilt, wenn die Stalltür knarrt?
Das ist’s, was uns in unserer Vorstellung in der Liebe zum Pferd vorschwebt.

VOM LAUBFRESSER...
Unsere Pferde waren vor sehr langer Zeit Pflanzenfresser der Wälder. Sie lebten von Laub und Zweigen. Später wanderten sie aus in die Steppen; lebten von Steppengras und sonstiger karger Nahrung, was halt die Steppe so hergab. Aber sie hatten Zeit zum fressen, sehr viel Zeit. Tag und Nacht, ruhen, fressen, ruhen, fressen usw. Die Verdauung hatte Zeit zum arbeiten - Eile war nicht angesagt.


ZUM HAFERMOTOR...

Aber der Mensch machte sich die Pferde später zum Untertan. Er entdeckte die Nutzung der Pferde für seine Zwecke und „stahl“ ihnen die Zeit zum fressen. Die Getreidefütterung war eine „Erfindung“ des Menschen, aber der Pferdemagen ist nicht geschaffen dazu.

Aber das Verdauungssystem der Pferde vermochte sich bis heute den Anforderungen an kurze Fresszeiten und an die rauen Schalen der Getreidekörner nicht anzupassen.

So ist eine möglichst lange Fresszeit auch heute noch wichtig. Die Raufuttergabe wie Heu, Gras, Silage usw. immer noch die entscheidende Voraussetzung für die richtige Ernährung und für die Gesundheit des Pferdes.

Allein dies genügt aber den Anforderungen, die wir heute an’s Pferd stellen, nicht mehr. Wir verlangen dem Pferd entweder sehr viel oder viel zu wenig ab, je nachdem was wir mit ihm unternehmen. Aber wir gönnen ihm die Zeit nicht des ausgewogenen Fressens und Arbeitens. Es muss ja arbeiten, für Fressen bleibt keine Zeit. Oder es muss ja nichts tun und trotzdem gesund bleiben oder sehr viel arbeiten aber möglichst in Rekordzeit.

Ausserdem haben wir heute verschiedene Pferdearten:
- grosse, schwere Friesen
- grosse, leichte Araber
- kleine Isländer
- genügsame Ponies, Haflinger
- Sportler Pferd in Leistung
- Freizeitler Pferd beim Ruhen
So muss das Futter diese unterschiedlichen Bedürfnisse unterschiedlich abdecken. Die Futter müssen bekömmlich, leicht verdaulich, gesund und ausgewogen sein (Fütterung mit fun); genau wie beim Menschen.